Fokus, Ritual und Systemmodulation: Eine systemtheoretische Perspektive auf historische Praxis der Magie

Der Begriff „Magie“ löst in einer wissenschaftlich orientierten Welt eine berechtigte Abwehrreaktion aus. Wir assoziieren damit esoterischen Hokuspokus, das bewusste Ignorieren von Naturgesetzen oder den naiven Glauben, man könne die physische Welt allein durch Wunschkraft manipulieren. Wenn wir jedoch die historische Folklore und den metaphysischen Überbau beiseitefeigen, bleibt ein systemischer und psychologischer Kern übrig, der … Weiterlesen

Der ultimative Stresstest: Wenn das Feldprinzip zynisch wird

Über die Auflösung von Struktur, das Paradoxon der Gewalt und die normative Kraft des Diesseits Wer die Realität konsequent als Information und Energie versteht, stößt unweigerlich an eine radikale Grenze. Wenn Materie nur eine temporäre Verdichtung des universellen Feldes ist und der Tod das Aufgehen einer Welle im Ozean beschreibt – warum sollte man das … Weiterlesen

Gerecht-Werden: Eine systemische Theorie vermeidbaren Leidens

Leid entsteht dort, wo Wahrnehmung, Handlung und Wirklichkeit auseinanderfallen. Die Struktur der Realität ist nicht das, was wir für wahr halten, sondern das, was auch dann wirksam bleibt, wenn wir uns irren. Wenn wir nach Lösungen für die Krisen unserer Zeit suchen, fällt fast immer ein Wort: Gerechtigkeit. Wir fordern soziale Gerechtigkeit, Klimagerechtigkeit, globale Fairness. … Weiterlesen

Warum Spukphänomene möglicherweise keine Täuschung sind – sondern ein ungelöstes Wahrnehmungsproblem

Ein systemischer Blick auf sogenannte „Spukerfahrungen“ Berichte über sogenannte Spukphänomene existieren kulturübergreifend und seit Jahrhunderten. Trotz ihrer Häufigkeit werden sie in der wissenschaftlichen Literatur meist als Kombination aus Fehlwahrnehmung, Erwartungseffekten und Umweltfaktoren erklärt. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Frage bestehen: Warum treten solche subjektiv sehr ähnlichen Erfahrungsberichte unter bestimmten räumlichen und situativen Bedingungen wiederholt auf? Dieser … Weiterlesen

Religiöse Texte als mehrschichtige Modelle von Erfahrung

Eine feldtheoretisch inspirierte hermeneutische Perspektive 1. Einleitung: Die Frage nach dem Status religiöser Texte Religiöse Texte werden häufig entlang einer einfachen Achse bewertet: entweder als wörtlich wahr oder als empirisch falsch Beide Positionen greifen zu kurz, da sie denselben Maßstab verwenden: den der naturwissenschaftlichen Beschreibung. Eine alternative Perspektive betrachtet religiöse Texte nicht als konkurrierende Physik, … Weiterlesen

Die Ego-App: Warum wir uns getrennt fühlen, obwohl wir verbunden sind

  1. Das Grundproblem moderner Erfahrung Trotz technologischer Vernetzung erleben viele Menschen ein Gefühl innerer Trennung: hohe Informationsdichte, aber geringe Sinnklarheit ständige Kommunikation, aber wachsende Isolation permanente Optimierung, aber subjektive Leere Das Problem liegt weniger in der Welt selbst, sondern in der Art, wie sie mental modelliert wird. 2. Das Ego als kognitives Betriebssystem Das menschliche … Weiterlesen

Geschlechtergerechtigkeit als Systemeigenschaft

Geschlechtergerechtigkeit kann systemtheoretisch als Frage der effizienten Zuordnung von Potenzialen in sozialen Systemen betrachtet werden. Im Zentrum steht nicht eine normative Gleichsetzung, sondern die Qualität der Kopplung zwischen individuellen Fähigkeiten und gesellschaftlichen Funktionsrollen. 1. Funktionale Differenzierung und Allokationslogik Moderne Gesellschaften sind durch funktionale Differenzierung gekennzeichnet (Luhmann, 1984). Teilsysteme operieren nach eigenen Selektionskriterien, die idealerweise sachbezogen … Weiterlesen

Wegbereiter: Hans-Peter Dürr (Physikalische Sphäre)

Hans-Peter Dürr (1929–2014) war deutscher Physiker, Quantenforscher und langjähriger Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik. Als Schüler von Werner Heisenberg beschäftigte er sich nicht nur mit den mathematischen Grundlagen der Quantenphysik, sondern auch mit deren philosophischen Konsequenzen. Sein zentrales Anliegen war die Frage: Was bleibt von unserem Weltbild übrig, wenn wir die Erkenntnisse der modernen Physik … Weiterlesen

Wegbereiter: Ervin László (Systemische Sphäre)

Ervin László (*1932) ist ein ungarischer Philosoph, Systemtheoretiker und Zukunftsforscher. Bekannt wurde er vor allem durch seine Arbeiten zur allgemeinen Evolutionstheorie und seine Versuche, Naturwissenschaft, Systemdenken und Bewusstseinsforschung in einem gemeinsamen Rahmen zu betrachten. Die Kernidee: Ein Universum der Beziehungen Im Zentrum von Lászlós Denken steht die Frage, wie Ordnung, Komplexität und Koordination in einem … Weiterlesen