Gerecht-Werden: Eine systemische Theorie vermeidbaren Leidens

Leid entsteht dort, wo Wahrnehmung, Handlung und Wirklichkeit auseinanderfallen. Die Struktur der Realität ist nicht das, was wir für wahr halten, sondern das, was auch dann wirksam bleibt, wenn wir uns irren. Wenn wir nach Lösungen für die Krisen unserer Zeit suchen, fällt fast immer ein Wort: Gerechtigkeit. Wir fordern soziale Gerechtigkeit, Klimagerechtigkeit, globale Fairness. … Weiterlesen

Warum Spukphänomene möglicherweise keine Täuschung sind – sondern ein ungelöstes Wahrnehmungsproblem

Ein systemischer Blick auf sogenannte „Spukerfahrungen“ Berichte über sogenannte Spukphänomene existieren kulturübergreifend und seit Jahrhunderten. Trotz ihrer Häufigkeit werden sie in der wissenschaftlichen Literatur meist als Kombination aus Fehlwahrnehmung, Erwartungseffekten und Umweltfaktoren erklärt. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Frage bestehen: Warum treten solche subjektiv sehr ähnlichen Erfahrungsberichte unter bestimmten räumlichen und situativen Bedingungen wiederholt auf? Dieser … Weiterlesen

Sterbehilfe im Kontext eines systemischen Realitätsmodells

Leben, Bewusstsein und die Grenzen medizinischer Intervention Einleitung: Zwischen Moral und Realität Die Debatte über Sterbehilfe wird häufig durch moralische oder ideologische Positionen geprägt. Einerseits steht die Vorstellung absoluter Autonomie über das eigene Lebensende, andererseits die Annahme eines grundsätzlich unantastbaren Lebens. Dieser Text verfolgt einen anderen Ansatz: eine systemische Beschreibungsperspektive, die sich primär an beobachtbaren … Weiterlesen

Religiöse Texte als mehrschichtige Modelle von Erfahrung

Eine feldtheoretisch inspirierte hermeneutische Perspektive 1. Einleitung: Die Frage nach dem Status religiöser Texte Religiöse Texte werden häufig entlang einer einfachen Achse bewertet: entweder als wörtlich wahr oder als empirisch falsch Beide Positionen greifen zu kurz, da sie denselben Maßstab verwenden: den der naturwissenschaftlichen Beschreibung. Eine alternative Perspektive betrachtet religiöse Texte nicht als konkurrierende Physik, … Weiterlesen

Die Ego-App: Warum wir uns getrennt fühlen, obwohl wir verbunden sind

  1. Das Grundproblem moderner Erfahrung Trotz technologischer Vernetzung erleben viele Menschen ein Gefühl innerer Trennung: hohe Informationsdichte, aber geringe Sinnklarheit ständige Kommunikation, aber wachsende Isolation permanente Optimierung, aber subjektive Leere Das Problem liegt weniger in der Welt selbst, sondern in der Art, wie sie mental modelliert wird. 2. Das Ego als kognitives Betriebssystem Das menschliche … Weiterlesen

Buchbesprechung: „Erwachen“ von Sam Harris

In seinem Buch „Waking Up“ (Erwachen) versucht der Neurowissenschaftler und Philosoph Sam Harris, die klassische Idee von Spiritualität von religiösen und metaphysischen Annahmen zu lösen. Sein Ansatz ist konsequent naturalistisch: Bewusstseinszustände sollen direkt untersucht werden – ohne sie in Glaubenssysteme einzubetten. 1. Der Kern: Das Ich als Konstruktion Das zentrale Argument des Buches ist nicht, … Weiterlesen