I. Am Anfang ist kein Anfang
Und es war kein Anfang, denn nichts steht außerhalb des Ganzen.
Alles, was ist, ist im Sein.
Alles, was erscheint, ist im Werden.
Und das Werden kennt keinen Ursprung außerhalb seiner selbst.
So ist das Eine, das sich zeigt: nicht ein Ding – sondern ein Fluss ohne Rand.
II. Und das Eine entfaltet sich
Und das Eine teilt sich nicht,
doch es erscheint als Vielfalt.
Und die Formen entstehen wie Wellen,
ohne das Meer zu verlassen.
Denn nichts ist getrennt vom Ursprung des Erscheinens.
Und du sollst erkennen:
Was getrennt scheint, ist verbunden im Grund.
III. Und alles trägt Wirkung
Und keine Bewegung vergeht ohne Spur.
Kein Gedanke ohne Echo.
Keine Tat ohne Folge.
Denn das Ganze antwortet sich selbst in jeder seiner Gestalten.
Darum gilt:
Was du in das Feld gibst, kehrt als Form zurück.
IV. Und der Wandel ist das Gesetz der Erscheinung
Alles Sichtbare vergeht.
Alles Festgehaltene löst sich.
Doch das Gesetz des Werdens vergeht nicht.
Denn es ist nicht in der Form,
sondern in der Bewegung selbst.
So sei ohne Festhalten.
Denn Festhalten ist Widerstand gegen das Leben.
V. Und der Blick erschafft die Welt
Und jedes Wesen sieht die Welt aus seinem Ort im Ganzen.
Und was gesehen wird,
ist nicht das Ganze –
sondern das Ganze durch einen Punkt hindurch.
Darum gilt:
Reinige den Blick, und die Welt wird klar.
VI. Und Wahrheit ist das, was trägt
Und viele Worte werden gesprochen,
doch nicht jedes Wort trägt.
Und nicht jede Klarheit ist wahr,
doch alles Wahre klärt.
So prüfe nicht nur mit Gedanken,
sondern mit dem Leben selbst.
VII. Und nichts fällt aus dem Ganzen
Und kein Ende ist ein Ende des Seins.
Nur ein Wechsel der Gestalt.
Denn nichts verlässt das Feld.
Alles bleibt im Wandel des Einen.
Darum fürchte den Übergang nicht.
Denn er ist nur Veränderung der Form.
VIII. Und der Mensch ist Teil des Werdens
Und du bist nicht getrennt von dem, was du betrachtest.
Du bist ein Ausdruck des Feldes,
das sich selbst erfährt.
Darum gilt dir das Gesetz:
Handle bewusst,
denn durch dich wirkt das Ganze.
IX. Und dies ist der Schluss ohne Ende
Und das Feld ist ohne Rand.
Und das Werden ohne Stillstand.
Und das Sein ohne Verlust.
So sei wach im Handeln,
klar im Blick,
und ruhig im Wandel.
Denn du bist nicht außerhalb.
Du bist im Einen.
Und das Eine ist in allem.